2. Mai 2026

Drogendealer werben offen in Marzahn-Hellersdorf

Zwischen Supermarktprospekten und Wochenblättern landen sie dieser Tage in Briefkästen quer durch den Bezirk: Flyer, die unverhohlen für einen Kokainlieferservice werben. „Ab 50 Euro frei Haus“ – so das Angebot, das Anwohner in Marzahn-Hellersdorf offenbar in wachsender Zahl aus ihren Briefkästen ziehen.

Die Dreistigkeit ist bemerkenswert. Was früher in dunklen Ecken geflüstert wurde, kommt heute im Postboten-Look daher: ein Flyer, wie er auch für den nächsten Pizzaservice werben könnte – nur dass hier illegale Drogen das Produkt sind. Kokain, Straßenpreis je nach Reinheit und Menge, wird wie eine Bestellung beim Online-Händler angepriesen. Lieferung direkt an die Haustür.

Dreiste Masche, klarer Straftatbestand

Für die Polizei Berlin ist die Sache rechtlich eindeutig. Das Verteilen solcher Werbematerialien für Betäubungsmittel ist nach dem Betäubungsmittelgesetz strafbar – unabhängig davon, ob tatsächlich geliefert wird. Wer Flyer dieser Art verteilt, macht sich der Werbung für illegale Drogen schuldig. Die Drogenfahnder des Landeskriminalamts und der zuständigen Abschnitte dürften an den Zetteln daher mehr als nur akademisches Interesse haben.

Solche sogenannten „Kokstaxi“-Strukturen sind kein völlig neues Phänomen – in anderen Großstädten wie Hamburg oder Köln wurden ähnliche Liefermodelle bereits vor Jahren beobachtet. Neu und besorgniserregend ist das offene Auftreten mitten in einem Berliner Wohnbezirk, direkt im Briefkasten der Nachbarschaft.


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Was Anwohner jetzt tun sollten

Wer einen solchen Flyer im Briefkasten findet, sollte ihn nicht einfach wegwerfen. Das Material ist ein Beweismittel und kann bei der Polizei abgegeben werden.

Wer darüber hinaus verdächtige Aktivitäten in der Nachbarschaft beobachtet – etwa häufige Kurzzeitbesucher bei einem Nachbarn, wechselnde Fahrzeuge oder auffällige Übergaben –, sollte sofort den Notruf 110 wählen. Besonders wertvoll für die Ermittler: das Kennzeichen des Fahrzeugs oder die Personen selbst. Wer sicher fotografieren kann, ohne sich selbst in Gefahr zu bringen, sollte dies tun. Wer unsicher ist, notiert das Kennzeichen und ruft sofort die Polizei.

Selbst einzugreifen ist in keinem Fall ratsam. Drogenlieferdienste dieser Art stehen häufig im Zusammenhang mit organisierter Kriminalität – die Gefahr, die dabei entstehen kann, ist real.

Ein Signal, das der Bezirk nicht ignorieren darf

Dass solche Flyer massenweise in Wohnbriefkästen landen, ist mehr als eine Ordnungswidrigkeit. Es ist ein Signal: Wer so offen wirbt, fühlt sich sicher. Das sollte weder Anwohner noch Behörden kalt lassen. Marzahn-Hellersdorf ist kein Pflaster für offenen Drogenhandel – und das muss auch so bleiben.

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5 Comments Schreibe einen Kommentar

  1. Tja wo wir noch in Hellersdorf gewohnt hatten, haben wir unseren Briefkasten Videoüberwacht mit versteckten Kameras aber aus einem anderen Grund. Würde hier auch mal Sinn machen 😉

    • Die meisten von ihnen wohnen in Obdachlosenunterkünften und verkaufen billige, gestreckte Drogen. Viele kennen sich untereinander und führen oberflächliche Zweckfreundschaften. Besonders erschreckend ist, dass sie die gestreckten Drogen sogar an Kinder, Teenager und Jugendliche verkaufen.

  2. n Marzahn gibt es viele Menschen, die in Obdachlosenunterkünften mit Drogen handeln. Viele von ihnen kennen sich untereinander und verkaufen sogar gestreckte Drogen an Kinder, Teenager und Jugendliche. Hauptsache, sie kommen schnell an leicht verdientes Geld. Damit wird dann oft geprahlt, obwohl das Geld meist schon nach wenigen Tagen wieder weg ist.

    Häufig sind das Menschen ohne Perspektive, Selbstbewusstsein oder Empathie. Viele haben weder stabile familiäre Verhältnisse noch eine feste Arbeit und wirken psychisch belastet oder von starken Minderwertigkeitskomplexen geprägt.

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