Bei einer groß angelegten Durchsuchungsaktion gegen mutmaßlich rechte Jugendliche und junge Erwachsene war am Donnerstagmorgen auch Marzahn-Hellersdorf Schauplatz eines Polizeieinsatzes.
Rund 60 Einsatzkräfte der Polizei Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern vollstreckten im Auftrag der Staatsanwaltschaft Berlin insgesamt sieben Durchsuchungsbeschlüsse – neben Marzahn-Hellersdorf auch in Köpenick, Lichtenberg, im brandenburgischen Ludwigsfelde sowie auf Usedom. Beteiligt waren zudem Spezialeinsatzkräfte.
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Betroffen sind fünf Beschuldigte im Alter von 14 bis 21 Jahren. Ihnen werfen die Ermittler gemeinschaftliche gefährliche Körperverletzung, besonders schweren Raub sowie Bedrohung vor. Die jungen Männer würden der rechten Szene zugerechnet, teilte die Polizei mit.
Nach Angaben der Ermittler hätten sich die Beschuldigten über ein soziales Netzwerk zu der Tat verabredet. Ziel sei ein 31 Jahre alter Mann gewesen, den sie für pädophil gehalten hätten. Um Kontakt zu ihm aufzunehmen, hätten sich die Beschuldigten als Minderjährige ausgegeben.
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Am 9. Mai gegen Mittag sei es unter einem Vorwand zu einem Treffen am S-Bahnhof Karlshorst gekommen. Dort hätten die Beschuldigten den Mann gemeinschaftlich angegriffen und ihm Wertgegenstände geraubt. Ein Teil der Gruppe sei dabei vermummt gewesen und habe Kleidung mit NS-Symbolik getragen. Bei der Tat sollen ein Springmesser und eine Schreckschusspistole mitgeführt worden sein.
Die Beschuldigten seien anschließend geflüchtet und hätten ihr Opfer mit erheblichen Verletzungen zurückgelassen. Passanten hätten die Polizei gerufen. Der 31-Jährige musste stationär im Krankenhaus behandelt werden.
Ein 21-jähriger Beschuldigter soll auf der Flucht zudem einen Mann, der ihn verfolgte, mit der Schreckschusspistole bedroht haben. Er wurde am Nachmittag festgenommen und soll heute einem Ermittlungsrichter zur Beantragung eines Haftbefehls vorgeführt werden. Die übrigen Beschuldigten, darunter der Beschuldigte aus Marzahn-Hellersdorf, kamen nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wieder frei.
Bei den Durchsuchungen stellten die Einsatzkräfte umfangreiche Beweismittel sicher, darunter die mutmaßliche Tatbeute, Tatkleidung, Waffen und elektronische Speichermedien. Die Ermittlungen dauern an.
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