Der Senat von Berlin hat eine Schriftliche Anfrage der Grünen-Abgeordneten Katrin Schmidberger zu Mieterhöhungen der landeseigenen Wohnungsunternehmen beantwortet.
Die Antwort der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen vom 22. Juni 2026 liefert detaillierte Zahlen zu den sechs städtischen Wohnungsunternehmen degewo, Gewobag, HOWOGE, GESOBAU, STADT UND LAND (SUL) und WBM für die Jahre 2024 bis 2026, auch aufgeschlüsselt nach Bezirken.
Rechtlicher Rahmen
Seit dem Mietenstopp 2024 dürfen die landeseigenen Wohnungsunternehmen im freifinanzierten Bestand nach den Vorgaben der Kooperationsvereinbarung „Leistbare Mieten, Wohnungsneubau und soziale Wohnraumversorgung“ (KoopV) moderate Mieterhöhungen vornehmen. Auf Unternehmensebene dürfen demnach maximal 2,9 Prozent pro Jahr ausgewiesen werden. Modernisierungsbedingte Mieterhöhungen sind zusätzlich auf einen Festbetrag von maximal 2 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche innerhalb von sechs Jahren begrenzt. Für alle betroffenen Haushalte gilt zudem das sogenannte Leistbarkeitsversprechen, über das Mietende eine Reduzierung der Erhöhung geltend machen können.

Zahlen für Marzahn-Hellersdorf
Im Bezirk Marzahn-Hellersdorf zeigen sich je nach Unternehmen deutliche Unterschiede bei den regulären Mieterhöhungen nach Paragraf 558 BGB.
Bei der degewo wurden im Jahr 2024 in Marzahn-Hellersdorf 6.766 Erhöhungen mit durchschnittlich 7,0 Prozent ausgesprochen, 2025 waren es 6.709 Fälle mit 9,0 Prozent, in den ersten fünf Monaten 2026 bereits 11.804 Fälle mit durchschnittlich 3,0 Prozent. Bei der STADT UND LAND lagen die Zahlen für den Bezirk bei 13.750 Erhöhungen im Jahr 2024 mit 6 Prozent, 8.566 im Jahr 2025 mit 4 Prozent und 400 Fällen 2026 mit ebenfalls 4 Prozent. HOWOGE wies für Marzahn-Hellersdorf 2024 durchschnittlich 9,87 Prozent bei 1.238 Erhöhungen aus, 2025 noch 4,77 Prozent bei 1.136 Fällen und 2026 1,89 Prozent bei 441 Fällen. Die Gewobag verzeichnete im Bezirk vergleichsweise geringe Fallzahlen von 91 Erhöhungen 2024, 13 im Jahr 2025 und 18 im laufenden Jahr.
🚨 Nichts mehr verpassen in Marzahn-Hellersdorf!
Aktuelle News, Blaulichtnachrichten, Wetter & Eilmeldungen direkt aufs Handy – 👉 jetzt Whatsappkanal abonnieren !
Bei modernisierungsbedingten Mieterhöhungen meldete die degewo für Marzahn-Hellersdorf 2026 insgesamt 528 Fälle mit einer durchschnittlichen Steigerung von 2 Prozent beziehungsweise 0,13 Euro pro Quadratmeter. Die STADT UND LAND gab für den Bezirk 449 Modernisierungserhöhungen für 2026 an, mit einer durchschnittlichen Steigerung von 10 Prozent beziehungsweise 35 Euro pro Wohnung. Bei der Gewobag und HOWOGE wurden für Marzahn-Hellersdorf im Bereich Modernisierung keine beziehungsweise nur vereinzelte Fälle gemeldet.
Widersprüche und Gerichtsverfahren
Die Zahl der von Mietern eingelegten Widersprüche gegen Mieterhöhungen ist in Marzahn-Hellersdorf rückläufig.
Bei der STADT UND LAND sank sie von 51 im Jahr 2022 über 36 im Jahr 2024 auf 3 Fälle im laufenden Jahr. HOWOGE verzeichnete für den Bezirk 21 Widersprüche 2024, 11 im Jahr 2025 und 4 im Jahr 2026. Bei der degewo sind derzeit 275 Gerichtsverfahren mit Bezug zu Marzahn-Hellersdorf anhängig, mit einem durchschnittlichen Streitwert von 132 Euro.
Berlinweiter Kontext
Über alle Bezirke hinweg lag die durchschnittliche reguläre Mieterhöhung 2024 je nach Unternehmen zwischen 7 und 10,4 Prozent, 2025 zwischen 7,5 und 9,4 Prozent. Der Senat verweist zugleich auf gestiegene Bau-, Finanzierungs-, Energie-, Material- und Personalkosten sowie anhaltendes Bevölkerungswachstum als Hintergrund der wirtschaftlichen Lage der Unternehmen. Für das Jahr 2026 sei die Planung weiterer Mieterhöhungen noch nicht abgeschlossen, da derzeit der neue Berliner Mietspiegel 2026 in den EDV-Systemen der Unternehmen implementiert werde.
Foto(s): © Marzahn-Hellersdorf.com | facebook | Instagram 📲 Whatsapp-KANAL Marzahn-Hellersdorf LIVE 🗞️


