Das Strandbad Müggelsee wird deutlich teurer als geplant. Nach Angaben des Bezirksamts Treptow-Köpenick belaufen sich die Gesamtkosten der Sanierung inzwischen auf 20,1 Millionen Euro – ursprünglich waren 2019 lediglich 12,6 Millionen Euro veranschlagt worden. Im Haushaltsplan 2026/2027 sind sogar 20,9 Millionen Euro eingestellt. Wann das Strandbad wieder öffnen wird, steht weiterhin nicht fest.
Das geht aus der Antwort der Senatsverwaltung für Inneres und Sport auf eine Schriftliche Anfrage des CDU-Abgeordneten Maik Penn hervor, die dieser Ende Mai 2026 eingereicht hatte – bereits seine vierte parlamentarische Anfrage zum Thema.
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Laut Senat sind für die Kostensteigerungen und Verzögerungen mehrere Faktoren verantwortlich: EU-vergaberechtliche Einsprüche nicht-berücksichtigter Bieter hätten zu einem Vergabestopp geführt und das Folgegewerk der Freianlagen verzögert. Hinzu kämen eine monatelange Dauerfrostperiode des vergangenen Winters, Lieferengpässe durch die weltweite Krisenlage, Monopolstellungen einzelner Hersteller – etwa für das Leitungssystem Trinkwasserzone II –, unvorhergesehene Bodenkontaminationen sowie Fachkräftemangel. Preisverhandlungen nach Aufhebung der Preisbindung hätten die Bauzeitverlängerung dem Bezirksamt zufolge um mindestens den Faktor 1,5 vergrößert.



Die Fertigstellung der Gebäude wird laut Planung für den Sommer 2026 erwartet, danach sollen die Freianlagen folgen. Einen konkreten Eröffnungstermin für den Badebetrieb nannte der Senat nicht.
Betrieb in bezirklicher Eigenregie geplant
Ursprünglich war ein Generalunternehmer als Betreiber vorgesehen. Davon ist das Bezirksamt Treptow-Köpenick inzwischen abgerückt. Bezirksbürgermeister Oliver Igel habe nach Abwägung aller Vor- und Nachteile entschieden, das Strandbad in bezirklicher Eigenregie zu betreiben und einzelne Flächen über Interessenbekundungsverfahren zu vergeben. Die Veröffentlichung dieser Verfahren ist ab Herbst 2026 vorgesehen.
Als Gründe für den Kurswechsel nennt der Bezirk unter anderem Restriktionen aus der Baugenehmigung: Massenveranstaltungen, Märkte und Volksbelustigungen sind demnach verboten; im Mehrzweckgebäude sind maximal 250 Personen, im Denkmal 120 Personen zugelassen. Zudem liege das Areal in unmittelbarer Nähe zum Flora-Fauna-Habitat Müggelspree-Müggelsee. Und der Bezirk wolle weiterhin einen kostenfreien Zugang für alle Bevölkerungsschichten ermöglichen – was das Ertragspotenzial für private Betreiber erheblich einschränke und staatliche Beihilfen erfordere, die aus wettbewerbsrechtlichen Gründen nur in Ausnahmefällen zulässig seien.
Die Berliner Bäder-Betriebe hingegen haben laut Senat mit dem Modell eines Generalpächters bei neun Strandbädern gute Erfahrungen gemacht. Das Konzept habe sich bewährt und ermögliche an mehreren Standorten eine ganzjährige Bewirtschaftung mit ergänzenden Angeboten.



Surf- und Segelschule bleibt bis 2029
Am benachbarten Borkenstrand wurde der Mietvertrag mit der Surf- und Segelschule nach Erteilung einer wasserrechtlichen Genehmigung für sechs Überseecontainer bis Ende 2029 verlängert. Der Bezirk bezeichnete die Schule als wichtigen Bestandteil des Erholungsareals, der die unbeaufsichtigte öffentliche Badestelle durch Rettungseinsätze bereits mehrfach ergänzt habe.
Der Abriss des sogenannten Disco-Würfels, der seinerzeit auf erhebliche Kritik gestoßen war, sei laut Senat aus denkmalschutzrechtlichen Gründen vom Bund als Fördermittelgeber zwingend vorgegeben gewesen. Eine Instandsetzung hätte voraussichtlich mehr als zehn Millionen Euro gekostet. Das Bezirksamt betonte, die verbleibenden Gebäude würden nach Abschluss der Sanierung eine vielseitige Nutzung ermöglichen.
Foto(s): © Marzahn-Hellersdorf.com | facebook | Instagram 📲 Whatsapp-KANAL Marzahn-Hellersdorf LIVE 🗞️


