20. Januar 2025

Haltverbot in der Zossener Straße: Mehr Sicherheit für Fußgänger und fließenden Verkehr nach Anordnung durch die Senatsverkehrsverwaltung

Seit Monaten beschweren sich Anwohnerinnen und Anwohner in Hellersdorf über parkende Lastkraftwagen an der Zossener Straße. Besonders problematisch ist dabei die enge Kurve an der Ecke Luckenwalder Straße: Hier parken Lkw regelmäßig so, dass herannahende Fahrzeuge Fußgänger und andere Verkehrsteilnehmende oft erst im letzten Moment sehen können. Insbesondere mobilitätseingeschränkte Personen müssen sich auf diese Weise in Gefahr begeben, wenn sie die Straßenbahn-Haltestellen Landsberger Chaussee/Zossener Straße und Ecke Luckenwalder Straße erreichen wollen. Das Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf reagiert jetzt mit einem Haltverbot an beiden Stellen, wie die Pressestelle im Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf auf Anfrage mitteilt.

Das Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf schafft nun rechtliche Abhilfe: Nach knapp zwei Jahren zähen Ringens hat die Senatsverwaltung für Verkehr eine verkehrsrechtliche Anordnung erlassen, um die seit Dezember 2022 in der Bezirksverordnetenversammlung Marzahn-Hellersdorf gekämpft wurde. Das Straßen- und Grünflächenamt hat bereits eine Fachfirma beauftragt, die Haltverbotsbeschilderung an der Zossener Straße – zwischen der Landsberger Chaussee und dem südlichen Fußgängerübergang an der Tram-Haltestelle Michendorfer Straße – zu installieren. Mit dem Aufstellen der Schilder ist jederzeit zu rechnen.

Der Übergang an der Zossener Straße / Luckenwalder Straße wird künftig frei von sichtbehindernden Fahrzeugen

Wo liegt das Problem?

Durch das Parken der Lkw in der Kurve und kurz vor der Landsberger Chaussee wurde die Sicht für alle Verkehrs­teilnehmenden erheblich eingeschränkt. Fußgängerinnen und Fußgänger, die die Fahrbahn in Richtung Straßenbahn überqueren möchten, konnten ankommende Autos oder Lkw erst spät wahrnehmen. Hinzu kommt, dass sich der Verkehr vor der Landsberger Chaussee oft staut, weil eine Fahrspur durch die parkenden Fahrzeuge belegt wird. Gerade zu den Stoßzeiten kommt es zu Verzögerungen, da alle Autos in einer schmalen Spur vor der Straßenbahnhaltestelle auf eine Fahrspur zusammenrücken. Diese Situation hat nicht nur das Unfallrisiko erhöht, sondern auch regelmäßig für Unmut bei den Anwohnenden gesorgt.

Die Entscheidung der Senatsverwaltung

Der Antrag unter dem Titel „Parkverbot an der Zossener Straße zwischen Landsberger Chaussee und südlichem Fußgängerübergang an der Tram-Haltestelle Landsberger Chaussee/Zossener Straße“ wurde bereits am 28. April 2022 in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) Marzahn-Hellersdorf eingebracht. Drucksachen aus der BVV: Drucksachen – 1838/IX und 0416/IX.

Nach umfassender Prüfung hat nun die Senatsverwaltung grünes Licht gegeben. In einer schriftlichen Stellungnahme an die Bezirksbürgermeisterin Nadja Zivkovic heißt es wörtlich:

„… in der Sache wurde nach eingehender Abwägung festgelegt, in dem bezeichneten Abschnitt ein Haltverbot anzuordnen, um die Sichtbeziehungen zwischen den Zufußgehenden und Fahrzeugführenden zu gewährleisten.“

Damit soll das bisherige „Parken in der Kurve“ ein Ende haben. Ziel ist es, die Verkehrssituation dauerhaft zu entschärfen, sodass Fußgängerinnen und Fußgänger den Straßenabschnitt sicher überqueren können und sich der Verkehrsfluss für alle Beteiligten verbessert.

Warum parken Berufskraftfahrer überhaupt zu Hause?

Eine häufig gestellte Frage unter den Marzahn-Hellersdorfern lautet: „Warum parken Lkw-Fahrer ihre beruflich genutzten Fahrzeuge überhaupt vor der eigenen Haustür und nicht auf dem Firmenhof?“

  • Lange Arbeitswege: Viele Fahrerinnen und Fahrer starten frühmorgens oder kehren spätabends zurück. Wer einen weiten Anfahrtsweg zum Betrieb hat, spart sich so zeitaufwendige Umwege.
  • Fehlende Stellplätze: Nicht alle Speditionen verfügen über ausreichend große und bewachte Stellflächen für ihre gesamte Fahrzeugflotte. Gerade in dicht bebauten Gebieten ist der Platz oft knapp.
  • Bequemlichkeit und Kosten: Das Abstellen eines Lkw auf einem Firmengelände kann mit zusätzlichen Gebühren oder Verwaltungsaufwand verbunden sein. Wenn sich direkt vor der Wohnung ein kostenloser Parkplatz findet, ist die Verlockung groß.

Allerdings ist das Abstellen großer Fahrzeuge in Wohngebieten nicht nur platzraubend, sondern kann, wie im Fall der Zossener Straße, auch gefährliche Situationen hervorrufen. Insofern wird die Verordnung, Lkw und andere Fahrzeuge hier nicht mehr abstellen zu dürfen, von vielen Anwohnern in der Zossener Straße begrüßt.

Ausblick

Mit der Umsetzung der Haltverbotsbeschilderung soll sich die Lage vor Ort deutlich verbessern. Fußgänger und insbesondere mobilitätseingeschränkte Personen erhalten wieder eine freiere und sichere Wegeführung, während sich der Verkehr durch weniger Behinderungen voraussichtlich flüssiger bewegen kann.

Ob sich damit das Problem des Lkw-Parkens endgültig löst, bleibt abzuwarten. Langfristig werden in Berlin mehr Park- und Stellflächen für Berufskraftfahrer benötigt, die abseits dichter Wohnlagen liegen. Doch für den Moment ist das Haltverbot ein wichtiger Schritt zu mehr Sicherheit auf der Zossener Straße – ein Erfolg, für den sich Anwohnende und die BVV Marzahn-Hellersdorf, fraktionsübergreifend, lange eingesetzt haben.

Foto(s) / Video: © Marzahn-Hellersdorf.com | facebook | Instagram 📲 Whatsapp-KANAL Marzahn-Hellersdorf LIVE 🗞️

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