Die Zukunft des seit Jahren leerstehenden „Hauses der Gesundheit“ in der Etkar-André-Straße in Hellersdorf bleibt ungeklärt. Wie aus einer aktuellen Antwort der Senatsverwaltung für Finanzen auf eine Schriftliche Anfrage des Linke-Abgeordneten Kristian Ronneburg hervorgeht, führt der Bezirk Marzahn-Hellersdorf weiterhin Gespräche mit potenziellen Investoren, ohne dass bislang ein konkretes Nutzungskonzept vorliege.
Der Senat verweist in seiner vom 23. Juni datierten Antwort zunächst auf die städtebaulichen Vorzüge des Standorts.
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Die zentrale Lage im Auftakt zum Wohngebiet sowie die gute Anbindung durch U-Bahn und Buslinien an der Hellersdorfer Straße/Neue Grottkauer Straße seien ein großer Standortvorteil. Aus städtebaulicher Sicht solle hier vorrangig ein Zentrum der Nahversorgung mit Funktionen aus den Bereichen Verwaltung, Dienstleistung, Soziales und Gesundheit entwickelt werden.
Investorengespräche ohne Ergebnis
Seit der letzten Schriftlichen Anfrage im Juni 2025 seien verschiedene Gespräche mit Investoren und Interessenten geführt worden, die an einer Sanierung und anschließenden Nutzung des Gebäudes interessiert seien. Ziel sei es, tragfähige und nachhaltige Konzepte zu entwickeln. Der Bezirk sehe sich aufgrund begrenzter finanzieller Spielräume jedoch nicht in der Lage, eine Sanierung aus eigenen Mitteln zu stemmen.

Eine rein kommunale Nachnutzung werde zwar grundsätzlich weiterhin als wünschenswert erachtet, sei aber angesichts fehlender Haushaltsmittel und anderer Prioritäten im Landeshaushalt derzeit nicht realistisch. Konkrete Gespräche mit kommunalen Trägern habe es bislang nicht gegeben, da eine Umsetzung ohne gesicherte Finanzierung nicht weiterverfolgt werden könne.
Erbbaurecht wird geprüft, Namen bleiben unter Verschluss
Aktiv geprüft werde dagegen die Vergabe des Grundstücks in Erbpacht. Der Bezirk stehe mit mehreren Interessenten im Gespräch, deren erste Entwürfe eine gesundheitliche beziehungsweise soziale Nutzung vorsähen. Zudem habe es wiederholt Anfragen von Interessierten gegeben, die das Objekt besichtigt und erste Überlegungen angestellt hätten. Ein vollständiges Nutzungskonzept liege in keinem Fall vor. Aus datenschutzrechtlichen Gründen könnten die Namen der Interessenten nicht genannt werden.

Das ursprüngliche inhaltliche Konzept eines „Hauses der Gesundheit“ solle perspektivisch weiterhin Teil der Überlegungen bleiben, heißt es in der Antwort. Bei der Auswahl möglicher Interessenten werde entsprechend auch deren Anschlussfähigkeit an dieses Ziel berücksichtigt.
Brandschutzmängel verhindern Zwischennutzung
Auch eine Zwischennutzung des Gebäudes sei mehrfach geprüft worden, bislang jedoch ohne konkretes Ergebnis geblieben. Ursächlich dafür seien vor allem erhebliche brandschutztechnische Defizite, die eine öffentliche oder halböffentliche Nutzung im derzeitigen baulichen Zustand faktisch ausschlössen. Eine genehmigungsfähige temporäre Nutzung wäre demnach nur mit erheblichen Investitionen umsetzbar.

Wachschutz und Anzeigen gegen Vandalismus
Um der weiteren Verwahrlosung und Vermüllung des Standorts entgegenzuwirken, stehe der Fachbereich Facility Management des Bezirksamtes in engem Kontakt mit der Berliner Stadtreinigung, die regelmäßig Abfälle und Sperrmüll am Gebäude sowie auf angrenzenden Grünflächen abhole. Zudem kontrolliere das Objektmanagement des Bezirksamtes das Gelände regelmäßig. Ein beauftragtes Wachschutzunternehmen solle im Alarmfall die Sicherheit des Objekts rund um die Uhr gewährleisten. Bei Vandalismus werde konsequent Strafanzeige erstattet.

Eine Beteiligung der Nachbarschaft ist laut Senat vorgesehen, sobald sich die Nutzungsüberlegungen konkretisieren. Dann solle die Öffentlichkeit informiert und eine entsprechende Bürgerkommunikation gestartet werden.
Foto(s): © Marzahn-Hellersdorf.com | facebook | Instagram 📲 Whatsapp-KANAL Marzahn-Hellersdorf LIVE 🗞️


