Der Ausbau des Radverkehrs in Marzahn-Hellersdorf kommt nur schleppend voran. Das geht aus der Antwort des Berliner Senats auf eine Schriftliche Anfrage des SPD-Abgeordneten Tino Schopf hervor (Drucksache 19/25978), die Ende Mai 2026 beim Abgeordnetenhaus eingegangen ist.
Drei Stellen – seit fünf Jahren unbesetzt
Besonders brisant: Dem Straßen- und Grünflächenamt stehen zwar drei Vollzeitäquivalente (VZÄ) für die Radverkehrsplanung zur Verfügung – doch diese Stellen sind seit 2021 unbesetzt. Das Bezirksamt schreibt dazu selbst, man habe „trotz umfangreicher und intensiver Anstrengungen auf vielen Ebenen“ keine geeigneten Bewerberinnen und Bewerber gefunden. Auch für 2026 und 2027 ist keine Änderung in Sicht.
Millionen fließen, aber kein eigenes Budget
In den Jahren 2024 und 2025 stellte das Land Berlin dem Bezirk jeweils Fördermittel in Höhe von rund 900.000 Euro für den Radverkehr zur Verfügung – über verschiedene Haushaltsprogramme. Trotzdem betont das Bezirksamt ausdrücklich: „Der Bezirk verfügt über kein eigenes Budget für Radverkehrsprojekte.“ Alle Maßnahmen werden im Auftrag der Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt (SenMVKU) abgewickelt.
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Was seit 2024 fertiggestellt wurde
Einige Projekte wurden in den vergangenen zwei Jahren abgeschlossen. Dazu zählen der Zweirichtungsradweg an der Querung Hellersdorfer Straße/Ernst-Bloch-Straße (2024, rund 149.000 Euro), die Sanierung der Radwege in der Gülzower Straße (2025, rund 414.000 Euro) sowie die Sanierung des Geh- und Radwegs in der Landsberger Allee zwischen dem Berliner Außenring und der Dingelstädter Straße (2025, rund 1,18 Millionen Euro). Fertiggestellt wurden außerdem die neue Südliche Blumberger-Damm-Brücke und die Wuhletalbrücke im Zuge der Märkischen Allee.
Fahrradstraßen: Eine einzige im gesamten Bezirk
Auf die Frage, welche Fahrradstraßen aktuell in Marzahn-Hellersdorf existieren, fällt die Antwort des Senats knapp aus: Lediglich die Alberichstraße zwischen Hadubrandweg und Alfelder Straße ist als Fahrradstraße ausgewiesen. Planungsmittel für zwei weitere Fahrradstraßen-Korridore wurden dem Bezirk kürzlich im Rahmen des Radverkehrsinfrastrukturprogramms zur Verfügung gestellt – eine konkrete Zeitplanung bleibt jedoch offen.
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Keine neuen Fahrradbügel, Schnellroute in der Warteschleife
Bei den Fahrradabstellanlagen verzeichnet die Datenbank der GB infraVelo GmbH für Marzahn-Hellersdorf in den Jahren 2024 und 2025 jeweils null neu errichtete Anlagen. Das Bezirksamt verweist für geplante Standorte auf die Senatsverwaltung und infraVelo.
Die geplante Radschnellverbindung „Ost-Route“, die durch Teile des Bezirks führen soll, befindet sich laut infraVelo zwar in der Entwurfsplanung – der westliche Abschnitt wurde allerdings „qualifiziert beendet“, was bedeutet: Die Planung ruht und kann nur bei gesicherter Finanzierung wieder aufgenommen werden.
Laufende Baumaßnahme
Aktuell in Bau befindet sich die Sanierung beziehungsweise der Ausbau des Radwegs an der Marzahner Nord-Süd-Straßenbahntrasse im Abschnitt zwischen Mehrower Allee und Wuhletalstraße. Zudem laufen seit mehreren Jahren Planungen für eine verbesserte Fahrradanbindung des Bahnhofs Mahlsdorf von Nordosten – inklusive eines möglichen Fahrradparkhauses.
Verwendete Quelle: Schriftliche Anfrage Nr. 19/25978, Abgeordnetenhaus Berlin, Antwort vom 20. Mai 2026
Symbolbild(er): © Marzahn-Hellersdorf.com | facebook | Instagram 📲 MaHe LIVE Whatsapp-KANAL 🗞️




