Am Samstag traten 75 Kinder, Jugendliche und Erwachsene gemeinsam für eine bessere Radinfrastruktur, sichere Schulwege und Straßen für alle ein. Dies geschah im Rahmen der Aktion Kidical Mass, die vom Bündnis „Kinder auf‘s Rad“ ins Leben gerufen wurde. In Marzahn-Hellersdorf wurde die Kidical Mass vom Netzwerk Fahrradfreundliches Marzahn-Hellersdorf (NFMH), Fridays for Future Marzahn-Hellersdorf (FfF MaHe) und der Stadtteilgruppe Wuhletal des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC Wuhletal) organisiert.

Fotos: © Dennis Lenz

Zu Beginn der Demonstration äußerten sich zwei Vertreter vom NFMH und FfF MaHe zum Zweck der Veranstaltung und äußerten Forderungen nach sicheren Radwegen (HIER [1] nachzuhören).

Stefan Fruhner vom NFMH stellte in seiner Rede klar, dass das NFMH für „einen kinderfreundlichen und sicheren Straßenverkehr” eintritt und es wichtig sei, zu erkennen, dass wir „unsere Straßen, unseren Raum so gestalten, dass er für unsere Kinder auch sicher ist”. Dazu bedürfe es einfacher, klar strukturierter Regeln. Am Beispiel einer Fußgängerampel erläuterte er die Schwierigkeiten, die Kinder im täglichen Umgang haben und nahm damit auch Bezug auf den Tod eines 11-jährigen Mädchens am 16. April 2022, das beim Überqueren der Landsberger Allee von einem Autofahrer angefahren wurde. Er bemängelte die Konsequenzenlosigkeit dieses Vorfalls und benannte als Ursachen die verschiedenen Hierarchieebenen der Zuständigkeiten und die fehlende Möglichkeit nach der geltenden StVO Tempo 30 als Regelgeschwindigkeit innerorts zu definieren. „Wir müssen gesellschaftlich erkennen, dass wir nicht nur das Auto fördern, sondern auch unsere Kinder im Blick behalten.” „Wir fordern ein generelles Tempo 30!”

Jonas Knorr von FfF MaHe stellte den Zusammenhang zwischen Verkehrswende und Klimaschutz heraus: „Die Kidical Mass steht für eine bessere Radinfrastruktur, für bessere Radwege und das ist eben ein extrem wichtiger Bestandteil auch der Verkehrswende, die ja wiederum wichtig für den Klimaschutz ist, für den Fridays for Future eintritt.“ Dabei stellte er auch die Relevanz von sicheren Schulwegen und alternativen zum motorisierten Individualverkehr heraus: „Einer der wichtigsten Aspekte ist, dass wir die Alltagswege umstellen, also die Wege, die man jeden Tag fährt […]. Wichtig ist, dass man im Alltag vom Auto auf das Fahrrad, vom Auto auf den Bus, vom Auto auf die Bahn umsteigt.“ Am Ende bedankte er sich für die Begleitung der Polizei durch eine Fahrradstaffel, da dadurch die Demonstration noch emissionsärmer veranstaltet werden konnte, was in Anbetracht der fortschreitenden Bedrohung durch den Klimawandel von Tag zu Tag dringender wird.

Mit einer von zwölf Kidical Mass Veranstaltungen in Berlin an diesem Wochenende konnten wir ein gutes Zeichen setzen für eine bessere Radinfrastruktur, für das Voranbringen der Verkehrswende und für konsequenten Klimaschutz.

Wir bedanken uns beim Kinder- und Jugendbeteiligungsbüro für die Unterstützung bei der Vorbereitung, den anwesenden Parteien und der Polizei für die gute Begleitung.

Netzwerk Fahrradfreundliches Marzahn-Hellersdorf

__________________________

[1] fffutu.re/MatKM2022        


[1] fffutu.re/MatKM2022

1 Kommentar

  1. Ein sicherer Schulweg fängt aber schon da an, wenn Kinder ohne Behinderungen über die Straße laufen können. Leider ist das in diesem Bezirk nicht so ganz der Fall auch wenn genug Parkplätze in der Nähe zu finden sind (Bsp. Ebereschen Grundschule), werden die Autos (auch von Lehrern) direkt vor der Schule geparkt. Ich finde vor jeder Schule sollte es Parkverbotsschilder für die Dauer der Schulzeit z.B. Mo-Fr. von 7-16 Uhr geben. Denn ein Erstklässler kann nicht über die Autos gucken um zu sehen ob da ein Auto kommt, er muss auf die Straße gehen und nimmt Entfernung nicht so genau wahr. Aber ein umdenken muss vor allem von den Lehrkräften kommen.

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein