11. September 2025

Stromausfall in Treptow-Köpenick nach mehr als 60 Stunden behoben

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Nach einem der schwersten Stromausfälle der vergangenen Jahre in Berlin hat der Netzbetreiber am späten Donnerstagnachmittag die Stromversorgung in Treptow-Köpenick und angrenzenden Ortsteilen wieder vollständig hergestellt. Seit Dienstagmorgen, 09. September, 8 Uhr, waren zehntausende Haushalte ohne Elektrizität, teilt der Pressedienst der Berliner Feuerwehr heute um 18 Uhr mit.

Rund 50.000 Haushalte betroffen

Der Ausfall traf mehrere Ortsteile im Südosten Berlins: Niederschöneweide, Adlershof, Johannisthal, Altglienicke, Bohnsdorf sowie Teile von Köpenick, Rudow und Grünau. Nach Angaben der Berliner Feuerwehr waren etwa 50.000 Haushalte betroffen. Neben dem Ausfall von Licht, Heizung und Kühlung kam es auch zu erheblichen Störungen in der Kommunikation: Sowohl das Telefonfestnetz als auch Mobilfunkverbindungen brachen teilweise zusammen.

Feuerwehr richtet Notrufstellen ein

Bereits kurz nach Beginn des Stromausfalls wurde der Einsatzstab der Berliner Feuerwehr aktiviert. Das Gremium, bestehend aus Führungskräften, Fachberatern der Hilfsorganisationen sowie Verbindungsbeamten von Polizei und Senatsverwaltungen, koordinierte den außergewöhnlichen Einsatz.

Als erste Sofortmaßnahme wurden alle Gerätehäuser der Freiwilligen Feuerwehr in den betroffenen Ortsteilen dauerhaft besetzt. Sie dienten – ebenso wie mehrere mobile Notrufannahmestellen an Straßenkreuzungen – als zentrale Anlaufpunkte für hilfesuchende Bürgerinnen und Bürger. Durch Beleuchtung und Fahrzeuge von Feuerwehr, Polizei und Hilfsorganisationen waren diese Stationen weithin sichtbar.

Information über Apps, Lautsprecherwagen und Medien

Die Bevölkerung wurde laufend über die Warn-Apps NINA und KATWARN, die Website der Berliner Feuerwehr sowie klassische Medien informiert. Zusätzlich fuhren Lautsprecherwagen der Polizei durch die betroffenen Kieze, um Verhaltenshinweise zu verbreiten und die Menschen über Notrufmöglichkeiten zu unterrichten.

Großeinsatz mit über 300 Kräften

Mehr als 300 Einsatzkräfte von Berufs- und Freiwilliger Feuerwehr, Technischem Hilfswerk (THW), Polizei sowie Hilfsorganisationen wie DRK und Johannitern waren im Dauereinsatz. Sie stellten Notstromaggregate bereit, sicherten kritische Infrastruktur und standen für medizinische und technische Notfälle zur Verfügung. Auch Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen wurden engmaschig betreut und im Zweifel mit zusätzlichen Einsatzleitwagen überwacht.

Wenige Notfälle – viel Dankbarkeit

Trotz der langen Dauer blieb die Lage im Bezirk erstaunlich ruhig. An den eingerichteten Notrufstellen gingen nur wenige Anrufe ein, auch ein signifikanter Anstieg der Einsatzzahlen blieb aus. Viele Bürgerinnen und Bürger nutzten die Anlaufpunkte, um Handys zu laden, sich zu informieren oder einfach den Einsatzkräften persönlich zu danken.

Zusammenarbeit als Schlüssel

Die Berliner Feuerwehr lobte ausdrücklich die enge Kooperation aller beteiligten Stellen: Stromnetz Berlin, das Bezirksamt Treptow-Köpenick, Polizei und Hilfsorganisationen hätten „zielgerichtet und gut“ zusammengearbeitet. Besonders hervorgehoben wurde das Engagement der zahlreichen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer, die rund um die Uhr im Einsatz standen.

Bevölkerung bewahrt Ruhe

Eine zentrale Rolle spielte auch das Verhalten der Anwohnerinnen und Anwohner. Trotz 60 Stunden ohne Strom herrschte Besonnenheit. „Das ruhige und gemeinschaftliche Verhalten der Bevölkerung hat maßgeblich dazu beigetragen, dass die Lage beherrschbar blieb“, so die Feuerwehr.

Am Abend des 11. September wurden die Notruf- und Betreuungsstellen aufgelöst, der Einsatzstab stellte seine Arbeit ein. Für viele bleibt der Ausfall jedoch ein eindringliches Beispiel dafür, wie verletzlich moderne Infrastruktur sein kann – und wie wichtig funktionierende Strukturen im Katastrophenschutz sind.

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