Bei einem brutalen Raubüberfall auf eine Familie im 17. Stock eines Hochhauses in der Poelchaustraße in Marzahn sind am Freitagvormittag ein Mann und eine Frau schwer verletzt worden. Mehrere bewaffnete Täter hatten sich nach Angaben der Ermittler als Polizeibeamte ausgegeben, um Zugang zur Wohnung zu erhalten, wie die BZ berichtet.
Wie die Polizei mitteilte, klingelten die falschen Beamten gegen 10.30 Uhr an der Wohnungstür. Als die Bewohner öffneten, drangen die Täter gewaltsam in die Wohnung ein und setzten Reizgas ein.



Die Frau wurde mit dem Griff einer Schusswaffe am Kopf verletzt, ihr Ehemann erlitt eine Stichverletzung. Während das Paar schwer verletzt am Boden lag, durchsuchten die Räuber die Wohnung und erbeuteten nach bisherigen Erkenntnissen rund 100.000 Euro Bargeld.
Bevor die Täter mit der Beute entkommen konnten, leisteten die im Haushalt anwesenden Söhne des Ehepaares Widerstand. Es gelang ihnen, einen der Räuber bis zum Eintreffen der Polizei festzuhalten. Seine Komplizen flüchteten nach Zeugenaussagen in einem roten Fahrzeug.



Offenbar lieferte der festgenommene Mann den Ermittlern einen Hinweis: Am Freitagnachmittag gegen 17 Uhr durchsuchte das SEK eine Wohnung in der Straße Alt-Friedrichsfelde. Dabei wurde auch ein Kellerraum durchsucht – nach bisherigen Informationen ohne Erfolg. Die Polizei brach den Einsatz später ab, weitere Festnahmen gab es zunächst nicht.

Die Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen übernommen. Kriminaltechniker sicherten Spuren im 17. Stockwerk des Wohnhauses, die sich von der betroffenen Wohnung bis in Richtung der Aufzüge erstreckten. Offen ist weiterhin, wie genau die Tat ablief, wer die noch flüchtigen Täter sind, warum sich die hohe Bargeldsumme in der Wohnung befand und woher die Täter davon Kenntnis hatten.
Fotos: © John Boutin



