Rund um den Cecilienplatz und die U-Bahn-Station Kaulsdorf-Nord tut sich weiterhin nichts: Für die seit Jahren brachliegenden Grundstücke Cecilienplatz 10, 11 und 12 liegt bislang keine einzige Baubeginnanzeige vor. Das geht aus einer aktuellen Antwort der Senatsverwaltung auf eine Schriftliche Anfrage hervor.
Wie das Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf gegenüber dem Senat mitteilte, wurde für keines der drei Bauvorhaben ein Start angezeigt. Konkrete weitere Schritte für den Fall, dass auch innerhalb der gesetzlichen Fristen kein Baubeginn erfolgt, sind derzeit ebenfalls nicht geplant.

Bezirksamt spricht klar von städtebaulichen Missständen
Deutlich wird die Verwaltung bei der Bewertung des Zustands: Der anhaltende Leerstand und der fortschreitende bauliche Verfall werden offiziell als städtebauliche Missstände im Sinne des Baugesetzbuches eingestuft. Laut Bezirksamt wirken sich die Ruinen nicht nur negativ auf das direkte Umfeld aus – sie begünstigen auch Vandalismus, erhöhen das subjektive Unsicherheitsgefühl und bergen Gefahren für die öffentliche Sicherheit und Ordnung.
Baugebot möglich – aber rechtlich komplex
Grundsätzlich sieht der Senat die Voraussetzungen für ein sogenanntes Baugebot nach § 176 BauGB als gegeben an. Ob ein solches Instrument tatsächlich angewendet werden kann, ist jedoch offen. Ausschlaggebend ist unter anderem die Frage, ob den Eigentümern der Bau wirtschaftlich zumutbar ist. Diese Prüfung gilt als aufwendig und konnte bislang nicht abgeschlossen werden.



Hinzu kommt: Für das Areal existiert aktuell kein festgesetzter Bebauungsplan. Damit greifen besondere rechtliche Regelungen, die ein Baugebot zusätzlich erschweren. Sollte ein Baugebot vorbereitet werden, müsste der Bezirk zunächst Gespräche mit den Eigentümern führen und mögliche Unterstützungs- oder Finanzierungsmöglichkeiten prüfen.
Bebauungsplan seit 2018 – kurzfristige Sicherungen umgesetzt
Bereits 2018 wurde ein Bebauungsplanverfahren für die Flächen eingeleitet. Ziel ist eine urbane Mischnutzung mit Wohnungen, Gewerbe, Nahversorgung und Dienstleistungen – also eine grundlegende Aufwertung des Cecilienplatzes.
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Parallel dazu hat das Bezirksamt in den vergangenen Jahren mehrere Sofortmaßnahmen umgesetzt:
– zerstörungssichere Beleuchtung in den Durchgängen zur U-Bahn,
– bauliche Sicherungen an den Gebäuden,
– Metallplatten im Erdgeschossbereich der Häuser Cecilienplatz 10 und 12,
– sowie die Sicherung weiterer Gebäudeteile und der Tiefgaragenzufahrt.
All das soll Vandalismus eindämmen und Gefahren reduzieren – ersetzt jedoch keine echte städtebauliche Entwicklung.
Während langfristig eine neue Nutzung geplant ist, bleibt der Cecilienplatz vorerst ein Symbol für verpasste Chancen. Ohne Baubeginn, ohne verbindlichen Zeitplan und ohne weitere konkrete Maßnahmen verharrt das Areal weiter im Wartestand – mitten in einem wichtigen Nahversorgungs- und Verkehrsknotenpunkt von Kaulsdorf-Nord.
Die vollständigen Angaben stammen aus der offiziellen Antwort der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen vom 16. Februar 2026
Foto(s): © Marzahn-Hellersdorf.com | facebook | Instagram 📲 Whatsapp-KANAL Marzahn-Hellersdorf LIVE 🗞️

