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17. Februar 2026

Jugendgewalt zwischen Grünau und Mahlsdorf: Über 2.100 Straftaten gegen Kinder und Jugendliche – Senat sieht keine organisierte Tätergruppe

Raub, Bedrohung, gefährliche Körperverletzung: Die Zahl schwerer Straftaten gegen Kinder und Jugendliche in den östlichen Berliner Bezirken ist alarmierend hoch. Das geht aus einer aktuellen Antwort des Berliner Senats auf eine Schriftliche Anfrage hervor.

Hintergrund sind Hinweise aus der Bevölkerung, wonach es zwischen Grünau und Mahlsdorf wiederholt zu Übergriffen durch mutmaßlich lose organisierte Jugendgruppen gekommen sein soll – teils mit Gewalt oder Gewaltandrohung, häufig im öffentlichen Raum und im Nahverkehr.

Die nun veröffentlichten Daten zeichnen ein detailliertes Lagebild – und zeigen, wie groß das Ausmaß tatsächlich ist.


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Über 2.100 registrierte Gewaltdelikte in drei Jahren

Für die Jahre 2023 bis 2025 wurden in den Bezirken Marzahn-Hellersdorf und Treptow-Köpenick insgesamt 2.179 Fälle registriert, bei denen Kinder oder Jugendliche Opfer von

  • Raub bzw. räuberischer Erpressung
  • gefährlicher Körperverletzung
  • Bedrohung

wurden.

Besonders betroffen auf Seiten Marzahn-Hellersdorfs sind die Ortsteile Marzahn (618 Fälle) und Hellersdorf (570 Fälle). Weitere Schwerpunkte bilden Biesdorf, Kaulsdorf und Mahlsdorf.
In Treptow-Köpenick stechen vor allem Köpenick (216 Fälle), Altglienicke (108) und Oberschöneweide (87) hervor.

Die Delikte verteilen sich auf mehrere Polizeiabschnitte der Direktion 3 (Ost). Allein im Abschnitt 32 wurden 685 Taten gezählt, im Abschnitt 33 weitere 637.

Eine noch feinere Auswertung nach einzelnen Straßen oder Plätzen ist laut Senat technisch nicht möglich.

128 Taten im öffentlichen Nahverkehr

Besonders brisant: 128 der erfassten Delikte ereigneten sich mit direktem ÖPNV-Bezug.

Darunter unter anderem:

  • 24 Fälle an Straßenbahn-Haltestellen
  • 23 an Bushaltestellen
  • 22 an U-Bahnhöfen
  • 22 an S-Bahn-/Regionalbahnhöfen
  • weitere Taten direkt in Bussen, Bahnen oder auf Bahnsteigen

Welche konkreten Linien besonders betroffen sind, wird statistisch nicht erfasst. Fälle aus dem Zuständigkeitsbereich der Bundespolizei (z. B. S-Bahn) fließen zudem nur eingeschränkt in diese Auswertung ein.

Täterstruktur: Viele Minderjährige – fast jeder Fünfte mehrfach auffällig

Insgesamt wurden 1.705 Tatverdächtige registriert:

  • 527 Kinder
  • 616 Jugendliche
  • 113 Heranwachsende
  • 449 Erwachsene

Auffällig: 308 Personen (18,1 %) gelten als Mehrfachtatverdächtige.

Zur Staatsangehörigkeit der Tatverdächtigen nennt der Senat folgende Hauptgruppen:

  • 1.051 deutsch
  • 137 syrisch
  • 74 afghanisch
  • 59 rumänisch
  • 37 irakisch
  • daneben zahlreiche weitere Nationalitäten in kleineren Fallzahlen

Messer, Reizgas, Schlagwerkzeuge: Waffen bei zahlreichen Taten im Spiel

Bei den Delikten wurden häufig gefährliche Gegenstände festgestellt oder angezeigt:

  • 147 Messer
  • 77 Reizstoffsprühgeräte
  • 39 Schuss- bzw. Schreckschusswaffen
  • 20 Schlagstöcke/Teleskopschlagstöcke
  • dazu Butterflymesser, Springmesser, Baseballschläger, Hammer – in Einzelfällen sogar Macheten.

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Keine „große Jugendbande“ – aber viele Einzel- und Gruppentaten

Trotz der hohen Zahlen erklärt der Senat ausdrücklich:
Erkenntnisse über eine größere, fest organisierte Jugendgruppierung im Raum Grünau–Mahlsdorf liegen derzeit nicht vor.

Stattdessen handelt es sich nach offizieller Bewertung um wechselnde Täterkonstellationen.

Strafverfolgung: Anklagen, Jugendmaßnahmen – aber nur wenige Haftstrafen

Zwischen 2023 und 2025 kam es unter anderem zu:

  • 238 Anklageerhebungen
  • 104 anklageähnlichen Anträgen (z. B. Strafbefehle, vereinfachte Jugendverfahren)
  • 79 Diversionsverfahren
  • 148 jugendgerichtlichen Maßnahmen

In 30 Fällen wurde Untersuchungshaft angeordnet.
Lediglich fünf Täter erhielten eine nicht zur Bewährung ausgesetzte Freiheits- bzw. Jugendstrafe.

Dunkelfeld unbekannt – Studie läuft

Zum tatsächlichen Ausmaß jenseits der Anzeigen gibt es bislang keine belastbaren lokalen Daten. Der Senat verweist auf eine aktuell laufende berlinweite Dunkelfeldstudie zu Gewalterfahrungen junger Menschen. Ergebnisse stehen noch aus.

Opferhilfe und Prävention: Breites Netzwerk, neue Teams ab 2026

Betroffene werden durch Polizei und Hilfsorganisationen unterstützt – unter anderem über:

  • proaktive Opferbetreuung der Polizei
  • Angebote wie Weißer Ring und Opferhilfe Berlin
  • Täter-Opfer-Ausgleich
  • schulische Konfliktvermittlung
  • Streetwork und Jugendsozialarbeit

Parallel laufen umfangreiche Präventionsprogramme an Schulen („Messer machen Mörder“, Deeskalationstrainings, Cybermobbing).

Ein zentrales Element ist der berlinweite Ausbau der Prävention- und Intervention-Teams Delinquenz (PITD). Diese sollen auffällige Kinder und Jugendliche zwischen 10 und 17 Jahren eng sozialpädagogisch begleiten.
In Treptow-Köpenick sind diese Teams bereits aktiv, in Marzahn-Hellersdorf soll die vollständige Besetzung im Frühjahr 2026 erfolgen.

Der Senat erwartet dadurch langfristig einen spürbaren Rückgang der Jugendkriminalität.

Mehr als 2.100 schwere Straftaten gegen junge Menschen in nur drei Jahren, zahlreiche Tatorte im öffentlichen Raum und im Nahverkehr, häufige Waffenverwendung – die Zahlen zeigen deutlich: Jugendgewalt bleibt in Marzahn-Hellersdorf und Treptow-Köpenick ein ernstes Problem.

Gleichzeitig setzt das Land Berlin weiterhin auf Prävention, sozialpädagogische Begleitung und gezielte Polizeimaßnahmen – zusätzliche Ressourcen hält der Senat aktuell jedoch nicht für erforderlich.

Die vollständige Datengrundlage stammt aus der offiziellen Senatsantwort vom Februar 2026

Symbolbild(er): © Marzahn-Hellersdorf.com | facebook | Instagram 📲 MaHe LIVE Whatsapp-KANAL 🗞️

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4 Comments Schreibe einen Kommentar

  1. Hierran sieht man daß wir in Berlin eine verfehlte Kinder/Jugendpolitik haben,keine ordentliches Angebot für Kinder/Jugendliche in der Freizeit

    • Blödsinn, seit wann ist die Politik verantwortlich für die lange Weile der Kinder? Das sind wohl eher die Eltern und deren Bildungslevel.

  2. Natürlich sind es wieder mal die Deutschen die die meisten Straftaten begehen und klar auch natürlich mit Messern.
    Ich denke die Zahl derer mit Migrationshintergrund liegt bei 95%. Nicht mal mehr hier wird die Wahrheit geschrieben.

    • Stimmt, bestimmt viele russisch stämmige weil diese Gruppe fehlt da komplett und wenn man die Spätaussiedler betrachtet bilden die in der Gegend eine nicht unerhebliche Anzahl.

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