Die Zahl der Kinder im Kita-Alter sinkt in Berlin deutlich, und gleichzeitig gehen in den nächsten Jahren Tausende von Erzieherinnen und Erziehern in Rente. Das geht aus der Antwort des Senats auf eine Schriftliche Anfrage der Abgeordneten Regina Kittler (Linke) und Marianne Burkert-Eulitz (Grüne) hervor.
Laut der vom Berliner Senat am 4. November 2025 beschlossenen Bevölkerungsprognose 2024–2040 wird die Zahl der unter Siebenjährigen berlinweit bis etwa 2030 weiter zurückgehen – von rund 244.800 im Jahr 2025 auf etwa 235.300 im Jahr 2030. Das entspricht einem Rückgang von knapp vier Prozent. Erst danach wird für einzelne Bezirke eine leichte Erholung erwartet.
🚨 Nichts mehr verpassen in Marzahn-Hellersdorf!
Aktuelle News, Blaulichtnachrichten, Wetter & Eilmeldungen direkt aufs Handy – 👉 jetzt Whatsappkanal abonnieren !
Hintergrund ist ein spürbarer Geburtenrückgang: Kamen im Jahr 2020 in Berlin noch durchschnittlich 1,37 Kinder pro Frau zur Welt, waren es 2024 nur noch 1,2. Besonders niedrige Geburtenraten verzeichnen die Bezirke Mitte, Friedrichshain-Kreuzberg und Pankow. Überdurchschnittlich hohe Werte weisen dagegen Spandau, Marzahn-Hellersdorf und Reinickendorf auf – wobei auch dort der Trend rückläufig ist.
Für Marzahn-Hellersdorf prognostiziert der Senat bis 2030 einen vergleichsweise moderaten Rückgang der unter Siebenjährigen um etwa 1,5 Prozent, gefolgt von einem Anstieg bis 2040 auf rund 21.380 Kinder – dem stärksten Zuwachs aller Berliner Bezirke in diesem Zeitraum.
– ANZEIGE –
Rathaus öffnet seine Türen!
Samstag, 30. Mai 2026 · 10–15 Uhr
Alice-Salomon-Platz · U Hellersdorf
Karriereberatung, Kinderprogramm, Fahrzeugschau & mehr – der Eintritt ist frei!
Bis zu 1.800 Fachkräfte gehen bis 2035 in Rente
Gleichzeitig steht das Personal der fünf kommunalen Kita-Eigenbetriebe vor einem massiven Generationswechsel. Bis zum Jahr 2035 werden laut Senatsantwort rund 1.800 pädagogisch Beschäftigte in den Ruhestand gehen. Den mit Abstand größten Anteil trägt die Kindergärten NordOst mit 637 ausscheidenden Fachkräften, gefolgt von Kindergärten City (351), Kindertagesstätten Nordwest (346), Kindertagesstätten Süd-West (275) und Kindertagesstätten SüdOst (220).
Schon heute ist ein Großteil der Belegschaft älter als 55 Jahre: Über alle fünf Eigenbetriebe zusammen sind knapp 2.170 Beschäftigte in dieser Altersgruppe tätig – ein erheblicher Anteil an der Gesamtzahl von rund 6.960 pädagogischen Beschäftigten.
Hohe Krankenquoten belasten den Betrieb
Neben dem bevorstehenden Ruhestandswechsel belastet ein überdurchschnittlich hoher Krankenstand die Kitas. Bei den Kindertagesstätten Nordwest lag die Krankenquote 2024 bei 25,6 Prozent, bei den Kindergärten NordOst bei 16,9 Prozent und bei den Kindergärten City sogar bei 13,1 Prozent – mit steigender Tendenz auf zuletzt 17,0 Prozent im Jahr 2025. Durchschnittlich kamen einzelne Beschäftigte der Kitas NordOst auf 38 Krankheitstage pro Jahr (2024), bei Nordwest waren es sogar knapp 58 Tage.
Hinzu kommen erhebliche Fluktuationszahlen: Allein 2025 verließen aus anderen Gründen als dem Ruhestand über 800 Fachkräfte die fünf Eigenbetriebe – darunter Kündigungen, Aufhebungsverträge und Versetzungen.
Senat sieht Chancen durch sinkende Nachfrage
Die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie wertet den demografischen Rückgang auch als Gelegenheit: Durch frei werdende Kitaplätze könnten Familien ihr Wunsch- und Wahlrecht stärker ausüben und insbesondere Kinder aus benachteiligten Verhältnissen leichter einen Betreuungsplatz erhalten. Instrumente wie das „Kita-Chancenjahr“ und der „Willkommensgutschein“ sollen dabei mehr Chancengleichheit ermöglichen.
Um das Personal zu entlasten, setzen die Eigenbetriebe auf eine Reihe von Maßnahmen: von betrieblichem Eingliederungsmanagement und Gesundheitscoachings über Supervisionen und Konfliktmanagement bis hin zu baulichen Verbesserungen wie Schallschutz und ergonomischer Ausstattung. Die Kindertagesstätten Nordwest erproben seit Anfang 2026 zudem ein Modellprojekt zur Vier-Tage-Woche.
Verwendete Quelle: Schriftliche Anfrage Nr. 19/25908, Abgeordnetenhaus Berlin, Antwort vom 12. Mai 2026)






