Seit dem 30. Juni beziehungsweise 1. Juli 2026 ist die MMS in den Netzen der großen deutschen Mobilfunkanbieter Geschichte. Telekom, Telefónica (o2) und 1&1 hätten den Multimedia Messaging Service zu diesem Termin eingestellt, wie aus den jeweiligen Hilfeseiten der Unternehmen hervorgehe. Vodafone sei bereits deutlich früher vorangegangen und habe den Dienst schon am 17. Januar 2023 abgeschaltet.
Wer sich fragt, wovon hier eigentlich die Rede ist, liegt mit seiner Verwirrung goldrichtig: Genau das dürfte vielen so gehen. Die MMS habe im Alltag der meisten Menschen seit Jahren keine Rolle mehr gespielt, ohne dass ihr Verschwinden bewusst wahrgenommen worden wäre.
Vom Höhepunkt zum Schattendasein
Eingeführt worden sei die MMS in Deutschland erstmals im April 2002 von Vodafone, wenig später habe die Telekom nachgezogen. Als Nachfolger der klassischen SMS habe sie erstmals ermöglicht, Fotos, kurze Videos und Audiodateien direkt über das Mobilfunknetz zu verschicken, ohne Internetverbindung. Für die Zeit sei das eine kleine Revolution gewesen: Die erste mobile Form multimedialer Kommunikation überhaupt.
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Der Erfolg sei allerdings von Anfang an begrenzt geblieben. Technische Beschränkungen hätten die Dateigröße auf etwa 300 Kilobyte gedeckelt, während der Versand pro Nachricht je nach Anbieter zwischen 39 und 79 Cent gekostet habe. Zum Vergleich: Eine SMS habe zeitweise um die 19 Cent gekostet. Viele Nutzer hätten deshalb lieber auf Text-SMS oder, sobald verfügbar, auf E-Mails mit Bildanhang zurückgegriffen. Die MMS habe so von Beginn an eher ein Schattendasein geführt.
Der eigentliche Wendepunkt sei ab 2010 gekommen, mit dem Durchbruch der Smartphones. Bessere Kameras, mobiles Internet und schließlich Messenger-Dienste wie WhatsApp, Signal oder Telegram hätten den Versand von Bildern, Videos und Sprachnachrichten praktisch kostenlos und ohne technische Beschränkungen ermöglicht. Damit sei der MMS-Dienst zunehmend überflüssig geworden.
Ein langer Abschied
Interessant sei, dass die Telekom das Ende schon deutlich früher geplant habe: Ursprünglich sei die Abschaltung für Ende 2022 vorgesehen gewesen, später auf Ende 2023 verschoben worden. Erst jetzt, Mitte 2026, sei der Schlusspunkt tatsächlich gesetzt worden. Als Gründe hätten die Anbieter unter anderem den technischen Fortschritt bei Smartphones sowie die Ablösung durch RCS (Rich Communication Services) genannt. Für die Unternehmen bedeute die Abschaltung zudem eine Einsparung bei Lizenz-, Betriebs- und Kundendienstkosten.
Als Ersatz stünden RCS-Nachrichten sowie die klassische SMS zur Verfügung. RCS gelte als technische Weiterentwicklung der MMS und werde in der Regel wie eine SMS über den jeweiligen Mobilfunktarif abgerechnet, ohne die früheren Einschränkungen bei Dateigröße oder Zusatzkosten.
International sei die Entwicklung nicht einheitlich: In der Schweiz hätten die letzten Anbieter den MMS-Dienst bereits 2024 eingestellt, in Österreich gebe es bislang keine vergleichbaren Pläne.
Fast ein Vierteljahrhundert nach ihrer Einführung endet mit der MMS damit eine Ära der Mobilfunkgeschichte, die vielen zwar ein Begriff, aber schon lange kein Teil des Alltags mehr war.
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