Ende April 2022 wurde der Öffentlichkeit die letzte der 278 neu errichteten öffentlichen Toilettenanlagen aus dem Berliner Toilettenvertrag übergeben. Sie sind vollautomatisch, barrierefrei und werden von WC-Centern, Pissoirs, Café Achtecks, Friedhofstoiletten und sonstigen öffentlichen Toiletten ergänzt. Dieses Berliner Aufbauprogramm dauerte drei Jahre. Die “Berliner Toiletten” zählen zu der modernsten öffentlichen Toiletteninfrastruktur in Deutschland – und die zweitgrößte ihrer Art in Europa. Seit diesem Jahr sind diese in den Fokus der SOKO “Achteck” geraten.

Wie eine Anfrage an die Senatsverwaltung für Umwelt, Mobilität, Verbraucher- und Klimaschutz der Abgeordneten Katalin Gennburg und Kristian Ronneburg nun zeigt, wurde die neue Berliner Toiletten-Infrastruktur in letzter Zeit häufiger von Vandalen und Einbrechern heimgesucht – eine SOKO wurde von der Polizei Berlin gegründet. Am Freitag, den 13. Mai 2022 wurden am U-Bhf-Kienberg eine dieser Toiletten vormittags um 10.15 Uhr aufgebrochen und dank eines aufmerksamen Augenzeugen ein Tatverdächtiger durch die Polizei Berlin festgenommen werden, wir berichteten darüber. Am selben Tag verzeichnete die Polizei ebenfalls Beschädigungen an einem Toilettenhäuschen am U-Bhf Kaulsdorf Nord.

Frische Einbruchspuren – Foto: Pascal R.

Die Zahlen sprechen eine eindeutige Sprache. So wurden in den Jahren 2020 bis 2022 (Stichtag 13.5.2022) insgesamt über 10.463 Einbrüche und Sachbeschädigungen registriert. Im Gegensatz zu den Vorjahren ist die Zahl der Einbrüche in 2022 rasant angestiegen. Schuld daran ist eine Einbruchsserie, die nun die SOKO der Polizei auf den Plan rief.

Nach Auskunft der Wall GmbH gab es im Jahr 2020 insgesamt 142 Einbrüche in die von ihr im
Land Berlin betriebenen öffentlichen Toiletten, im Jahr 2021 waren es 59 und im Jahr 2022
(Stand: 15.05.22) 10.463
. Die Kosten für die Beseitigung von Vandalismusschäden sind in dem mit der Wall GmbH vereinbarten Betriebsentgelt enthalten, ohne dass die Wall GmbH über die Schadenssummen
Auskunft erteilen muss. Der Senat hat hierüber daher keine Kenntnis.

Die Toiletten sind nach einem Einbruch bis zu 24 Stunden nicht in Betrieb. In Berlin werden fünf “Einbruchs-Hotspots” benannt.

Folgende fünf Toilettenstandorte sind am häufigsten von Einbrüchen betroffen:

  • Thomasstraße/Mittelweg/Lessinghöhe (Kreuzberg) ,
  • Görlitzer Park/Skalitzer Straße (Kreuzberg),
  • Moritzstraße vor Altstädter Ring (Spandau),
  • Falckensteinstraße (Kreuzberg),
  • Grünanlage Hallesches Ufer/Wilhelmstraße (Kreuzberg).

Sachbeschädigungen durch Graffiti gibt die Senatsverwaltung wie folgt an:

2020: 897,
2021: 2.411,
2022: 1.753 (Stand: 24.05.22)

Fragen und Antworten zum Berliner Toilettenvertrag findest Du HIER

Hier geht es zur Anfrage: S19-11882

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